Anno 1542 - 16. Jahrhundert - 17. Jahrhundert - 18. Jahrhundert - 19. Jahrhundert - heute
Die Geschichte des Bergbaus im Wandel der Zeit:

In den Jahren 1906 bis 1908 wurden Versuchsbohrungen durch die Erkelenzer Berggesellschaft bis in eine Tiefe von 100 Metern durchgeführt. Die Grube wurde aber nicht mehr in Betrieb genommen.

1914 wurde mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges wieder ein größer Wert auf inländische Rohstoffe gelegt. Somit wurde das Erz im Spessart zur Sicherung des Bedarfs der Heeresverwaltung wieder interessant und 1916 begann die Deutsche Montan Gesellschaft mit dem ausbau der Grube Wilhelmine. Mit dem Ende des Krieges wurde der Bergbau im Oktober 1918 erneut eingestellt.

Doch das war nur vorübergehend, denn im März 1919 zwang die bayerische Staatsregierung die Deutsche Montan Gesellschaft zur unverzüglichen Betriebsaufnahme. Der Grund der Anweisung lag in dem Wunsch Arbeitsplätze für die Kriegsheimkehrer zu schaffen. Daraufhin wurden die Anlagen wie Aufbereitung, Schachtgerüst gebaut, die zum Teil noch heute zu sehen sind. Als Kraftwerk diente zunächst ein Dampflokomobil bis 1921 aufgrund des Energiebedarfs des Bergwerks Strom nach Sommerkahl gelegt wurde. Eine eigene Stromversorgung war zu damaliger Zeit für eine Spessartgemeinde ein Novum.

Doch die Ertragskraft war zu gering sowie die Technik der Aufbereitung veraltet und inefizient, erforderliche Investitionen konnten nicht mehr geleistet werden. Schließlich wurde im Frühjahr 1923 der Bergbau in Sommerkahl endgültig eingestellt.

Das Bergwerk bzw. das was davon übrig blieb konnte aber noch einmal einem Nutzen zugeführt werden. Die Materialien und Ressoucen des Bergbaubetriebes (Gebäude, Anlagen, der Förderturm usw.) wurden abgebaut verkauft oder als Baustoffe für das erforderliche Schulhaus verbaut. Durch den Verkauf der Materialien konnte die Gemeinde Sommerkahl, die damals über nur geringe Mittel verfügte, das Schulgebäude zum überwiegenden Teil finanzieren und ohne Belastungen der Gemeindekasse das Bauprojekt bewältigen.

Im Jahr 1945 wurden die 23 und 40 m Sohlen des Bergwerkes als Schutzräume genutzt.

Anfang wurde sogar versucht in der 23m Sohle Champions zu züchten. Doch das Vorhaben der Pliszucht blieb ohne Erfolg. Die Champions, die anfangs prächtig gediehen, gingen später aufgrund der hohen Kupferkonzentration des Stollens ein.

Im Jahr 1968 wurden die Stollen durch das Bergamt verschlossen und das Bergwerk trat vollends in den Hintergrund. Erst 1984 im Rahmen der 800 Jahrfeier von Sommerkahl fand wieder eine Befahrung der 23 m Sphle statt. Der sehr gute Zustand und die Einzigartiogkeit der Grube Wilhelmine weckten schon damals den Wunsch, in diesem standfesten Gebirge ein Besucherbergwerk auszuweisen. Doch bis dahin sollten noch ein paar Jahre vergehen. Zurück zum Anfang Weiter im Jahr 2000