Sommerkahl und die "Grube Wilhelmine" erhalten Förderpreis |
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| Rede von Bezirkstagsvizepräsident Peter Heusinger | ||||
Vergabe der Förderpreise des Bezirks Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanzam 7. September 2005 in Sommerkahl
Die Eigentümer jener zwölf Gebäude, die heute mit dem Förderpreis des Bezirks Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanz gewürdigt werden, spüren dieses besondere Maß an Liebe für alte Gebäude, sie erkennen deren unverwechselbaren, deren einmaligen Charakter. Und sie sind bereit, sich mit viel Engagement und – auch das muss hier ganz deutlich gesagt werden – großen finanziellen Opfern für den Erhalt historischer Bausubstanz einzusetzen. Dafür danke ich Ihnen an dieser Stelle ganz ausdrücklich. Wir alle brauchen Menschen, die wie Sie bürgerschaftliches oder kommunales Engagement beweisen, die wie Sie für uns alle ein wertvolles Stück Heimat erhalten. Um Ihnen dabei ein wenig zu helfen, hat der Bezirk Unterfranken 2002 den Förderpreis zur Erhaltung historischer Bausubstanz ins Leben gerufen, mit dem wir in den neun unterfränkischen Landkreisen und den drei kreisfreien Städten je ein herausragendes Objekt fördern können. Lassen Sie mich an dieser Stelle sehr deutlich betonen, dass das Geld für diesen Preis aus der Unterfränkischen Kulturstiftung stammt. Wir verteilen hier also keine öffentlichen Mittel, keine Steuereinnahmen, keine Gelder aus der Bezirksumlage. Die insgesamt 600.000 Euro, die in diesem Jahr an die zwölf Preisträger vergeben werden, stammen aus den Erträgen der Unterfränkischen Kulturstiftung, die der Bezirk Unterfranken 1998 nach dem Verkauf seines Aktienpakets am E.On-Konzern gegründet hat. Dieser Fonds ist in ganz Bayern und wahrscheinlich weit darüber hinaus einmalig. Damit können wir auch in Zeiten des allgemeinen Spardiktats Kultur fördern und für die Zukunft erhalten. Viel wird in jüngster Zeit über die Bürgergesellschaft geredet, darüber, dass der Staat sich nicht mehr um alles kümmern kann und es deshalb auf das Verantwortungsbewusstsein des einzelnen ankommt. Fünf der diesjährigen Preise gehen an Privatpersonen, also an Bürger, die ihr bürgerschaftliches Engagement als Verantwortung für die Allgemeinheit begreifen. Und ganz besonders freut mich, dass es oft auch relativ junge Leute sind, die den Wert historischer Bausubstanz erkennen und diese mit ihrem Einsatz und ihrer ganzen Kraft erhalten. Dies sind in diesem Jahr -> Helmut Massenkeil und Andrea Müller, die das Anwesen „Rathausgasse 10“ in Aschaffenburg saniert und ein Bildhaueratelier angebaut haben, -> Dag Schröder, der für die Sanierung des Anwesens
„Am Unteren Wall 8“ in Schweinfurt gesorgt hat,
Zu den Preisträgern gehören natürlich nicht ausschließlich Privatpersonen, sondern auch Kommunen und kirchliche Einrichtungen. Immer mehr Städte und Gemeinden erkennen, dass es gerade die historischen Bauwerke sind, die das Bild eines Ortes prägen, die den Einwohnern das Gefühl von Heimat und Geborgenheit geben. Das Gewohnte schafft eben Vertrauen. Mit ebenfalls je 50.000 Euro unterstützt der Bezirk Unterfranken deshalb -> die Stadt Würzburg für die Verbesserung der
technischen und musealen Ausstattung der im Kultur-Speicher ansässigen
Einrichtungen, also den Berufsverband bildender Künstler, den Tanzspeicher,
das Kleinkunsttheater Bockshorn und das Museum im Kulturspeicher, -> den Landkreis Rhön-Grabfeld für die Sanierung der ehemaligen Klosterscheu-ne in Wechterswinkel, -> den Markt Stadtlauringen im Landkreis Schweinfurt für die Sanierung des ehemaligen Amtshauses „Kellereistraße 8 - 12“ in Stadtlauringen, -> die Kongregation der Dienerinnen der hl. Kindheit Jesu OSF in Zell am Main im Landkreis Würzburg für die Sanierung des Haupttreppenhauses im Konventbau von Kloster Oberzell und last not least -> die Gemeinde Sommerkahl hier im Landkreis Aschaffenburg für die Sanierung des ehemaligen Kupferbergwerks Grube „Wilhelmine“, wo wir uns heute zu dieser Feierstunde getroffen haben. Gerade dieses Beispiel zeigt, wie glücklich sich historische Bausubstanz und mo-derne Verwendung kombinieren lassen. Vergangenheit und Zukunft gehen eine ideale Symbiose ein. Dies zeigt für mich, dass die Bauwerke, die wir heute mit dem Förderpreis des Bezirks Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanz auszeichnen, auch in Zukunft Bestand haben werden. Deren Eigentümern, die den Erhalt dieser Bauwerke möglich machten,
danke ich im Namen des Bezirks für ihr Engagement. Sie haben damit
bürgerschaftliches und kommunales Verantwortungsgefühl bewiesen
und Weitblick gezeigt. |
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